Freitag, 20. Dezember 2013

Keine Lust...

...hab ich heute. Es ist bedeckt und angenehm (kühl). Mir fehlt heute der Antrieb. So trödle ich noch im Ort herum, bringe Postkarten fort, laße mich vom nicht anwesenden Andenkenhändler enttäuschen und gönne mir ein königliches Frühstück. In Urubamba kriegt auch die Lisl was zum Futtern.

Wir fahren gelangweilt durch das fruchtbare Tal des Rio Vicanota. Ackerbau und Viehzucht. Mittelstarker Verkehr. Eine Polizeikontrolle. Sie verläuft wie allen anderen peruanischen Polizeikontrollen auch: gestenreiches Winken und intensives trillerpfeifen zeigt mir, daß ich am Straßenrand anhalten soll. Hinter mir ist niemand. Als wir in näherer Sichtweite sind, ändert sich das Winken in ein "durchfahren" und ein freundliches Lächeln zeigt sich im Gesicht alle Polizisten.  Vermutlich haben Touristen freie Fahrt?

Hunger habe ich keinen, aber ein Päuschen wäre trotzdem nicht schlecht. Neben ein paar Kühen finde ich einen großen Stein, auf dem ich mich niederlassen kann. Ameisen! Hätte ich mir ja denken können. Die erobern demnächst noch die ganze Welt! Gegen Moskitos bin ich gewappnet, aber davon habe ich keine gesehen. Ich glaube, auf der ganzen Tour habe ich weniger Moskitokontakt gehabt als zu Hause! Nur die Ameisen, die sind wirklikch überall! 

Weiter geht's. Aus einem entgegenkommenden Pickup schaut ein bärtiger Kopf heraus und eine Hand winkt freudig. Das Auto hält an - ich auch. Es ist ein Schweizer Pärchen, mit dem ich an der Tankstelle in Nazca 2 Worte gewechselt habe. Diesmal wechseln wir etwas mehr Worte.

Langsam aber stetig sind wir gestiegen - bis auf 4000 m. Die Lisl gefällt mir heute, sie rollt, und rollt, und rollt.... Na gut, ich geb's zu, in der Mittagspause hab ich sie ein wenig an den Vergasern gekrault.
Eigentlich ist es wieder ganz schön hier oben. Eine weite Hochebene umsäumt von zackigen Gipfeln, teilweise schneebedeckt. Die Ursprünge des Rio Vicanota, dem wir den ganzen Tag gefolgt sind, schlängeln sich durch das Hochmoor. Rinder, Schafe und Alpakas wechseln sich ab. Gelegentlich säumen ein paar Lehmziegelhäuser die Straße. Ich  nehme mir ganz fest vor, heute hier oben zu campen. Gegen 15 Uhr komme ich nach Aguas Calientes. Es stellt sich heraus, daß dies nur eine Schwimmbadanlage um die heißen Quellen ist. Mit vielen Becken. Aber abgezäunt und nur mit Eintritt zu betreten. Vor dem Areal haben sich Budenbesitzer ausgebreitet - es gibt Nützliches, Hübsches, Essbares. Die haben wirklich schöne Sachen, es fällt mir so schwer, mich zurückzuhalten. Bunte Decken, Alpaka-Pullover, -Felle, -Mützen, einfach "haben wollen" aber "kein Platz auf dem Motorrad".
Ich frage mal beim Kassierer, ob ich hier zelten darf. Ja, auf dem Schwimmbadgelände, für 10 Sol. Außerhalb des Zaunes vor dem Bach ist ein ebener grüner Platz - aber der ist total vermüllt. Außerdem hätte ich gerne Internet - ich bin ja so verwöhnt!

Schöne Plätzchen kommen noch einige, leider auch Regentropfen. Vor uns wird es dunkel, da gibt es Regenschauer. Also heißt die Entscheidung, bis Ayaviri weiterzufahren und dort nach einem Hotel zu schauen. Die letzten 50 km macht uns ein eisiger Wind zu schaffen, der auch ekelhaft harte Regentropfen mitbringt. Wir schaffen es trocken bis nach Ayaviri und finden nach mehrmaligem Fragen ein Hotel direkt am Marktplatz. Alles da, was man braucht. Ich muß allerdings extra nach einem Zimmer mit Fenster fragen. Die Lisl einzuparken ist ein ziemliches Problem, weil wir 2 sehr hohe Stufen überwinden müssen und keine Rampe zu finden ist. Das versprochene Internet ist nur auf dem Gang verfügbar und im Zimmer muß ich den dicken Winterpulli und warme Socken anziehen.

http://www.gpsies.com/map.do?fileId=bbwnrfcbkmwmqhnc

Kommentare:

  1. Hi Susi, was sind denn das für Tonnen auf dem 4. Bild ? Wird da etwas ver- oder gebrannt (wg. dem Abzug obendrauf ?) Lg. Claudi

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    1. Gut geraten! Das sind Öfen, in denen Essen zubereitet wird: Forellen, Hähnchen, Kartoffeln....
      Ich hoffe, nicht "ver-brannt" :-)

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