Mittwoch, 21. August 2013

Highlights bei Hochwasser


Die Nacht war abwechslungsreich. Nein, Besuch habe ich nicht bekommen, aber der Trommelwirbel auf dem Zeltdach wechselte ständig zwischen fortissimo und piano. An einen Zeltabbau ist vorerst nicht zu denken. Als ich jedoch erst einmal gemütlich frühstücken möchte, stelle ich fest, daß das Wasser für den Kakao ja noch draußen ist - und da möchte ich lieber nicht rausgehen.
Nach 2 h habe ich endlich alles zusammengeräumt und patschnaß eingepackt. Die Reiseplanung sieht noch die "hot springs" vor, aber nur, um das Eismuseum zu besichtigen. Von hier aus muss ich wieder zurück nach Fairbanks - einen weiteren Abstecher nach Norden, um den Polarkreis zu erbeuten werde ich mir schenken. Erstens habe ich diese Marke in Skandinavien schon mehrfach erreicht und zweitens lädt das Wetter nicht wirklich dazu ein. Obwohl: wenn ich "on the road" bin, ist eigentlich alles in Ordnung. Schuhe und Anzug sind schön dicht - zumindest bislang. Nur etwas kalt wird mir nach einiger Zeit, beim zusammenpacken kommt man ganz schön in's Schwitzen und die Verdunstung zeigt nun ihre Wirkung. Bestimmt hat Marcus von "Spätzünder" das Wetter als Test für mich bestellt!
Der Dichtheitstest hat sich im Lauf des Tages zum Dauertest entwickeklt - es geht weiter wie in der Nacht. Eigentlich ist der Anzug dicht - zumindest hatte ich noch nie einen so dichten Regenkombi; trotzdem fühlen sich die Klamotten irgendwie klamm und feucht an.
Das Eismuseum ist phantastisch!!! In dem halbrunden Hangar herrschen dauerhaft minus 6,6 Grad, die Beuscher bekommen Parkas und ich kann meine nasse Jacke draußen lassen (sonst wäre ich bestimmt steif gefroren). Außer phantastischen, riesigen und wunderschönen Figuren aus kristallklarem Eis gibt es hier eine Eisbar mit Barhockern aus Eis (mit Rentierfell belegt). Außerdem eine kleine Hochzeitskapelle - die Führerin erklärt, daß der Pfarrer hier ohne lange Umschweife auf den Punkt kommt. In einem kleinen Iglu steht ein Xylophon aus blankem Eis - einer der Besucher bringt es herrlich zum Klingen! Nicht zu vergessen die Schlafzimmer (2 von 4 sind bereits fertig), in denen man für 600 $ pro Nacht zum Beispiel auf einem Eisbärenbauch liegen kann.
Nächste Station ist North Pole - eine kleine Stadt wenig südlich von Fairbanks. Alles ist dort auch Weihnachten getrimmt - an den Laternenmasten hängen Weihnachtsglückwünsche und "Zuckerstangen"; die Straßennamen heißen z.B. Schneemannweg, Nikolausstraße usw. Natürlich besuche ich dem Nikolaus sein Haus! Das ist ein mittelgroßer Laden, in dem immer Weihnachten ist und der Weihnachtsschmuck, Spielzeug und natürlich alaskanische Andenken verkauft. Selbst ein echter Weihnachtsmann tut dort seinen Dienst und fragt Groß und Klein nach woher, wohin und seinen Wünschen. Schon verrückt...
"Knottys shop" hat man mir empfohlen. Schon wieder ein Laden - natürlich mit Souvenirs. Aber die Empfehlung lohnt sich trotzdem. "Knotty" steht für Knoten; das bedeutet, hier werden Holzkunstwerke und -skulpturen ausgestellt und verkauft, die aus knotigem Holz hergestellt sind. Woher diese Knoten im Holz allerdings kommen weiß der Himmel - oder der Förster. In dem Laden kann man wirklich schwelgen. Außerdem gibt es Kaffee oder in meinem Fall Kakao und Internet. Und als es draußen wieder fürchterlich anfängt zu schütten, frage ich, ob ich nebenan unterm Wellblechdach mein Zelt aufbauen darf. Wird mir gestattet! Da bin ich aber erleichtert - hoffentlich kann jetzt einiges etwas trockener werden.

Kommentare:

  1. hei susl
    hab erst jetzt mitbekommen dass du on tour bist . wünsche dir alles alles liebe und gute für die kommende zeit .
    bussi dein hape

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  2. Hi Susi, komme erst heute wieder zum Lesen, war 2 Tage auf dienstreise, die aber nicht so spannend wie deine letzten Tage waren ....
    Da leg ich ja jeden krimi aus der hand !!! Hoffentlich wird das wetter mal besser !Weiter gute Fahrt !!!!!!! Lg. Claudi

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