Sonntag, 13. Oktober 2013

Kupferschlucht II



Ich reise nur mit sehr kleinem Gepäck, d.h. ein Rucksäckchen, in dem Wertsachen und Elektronik sowie eine Zahnbürste drin sind. Das muss reichen. Am Vormittag nutze ich im Hotel noch das Internet, um den nächsten Reiseabschnitt zu planen. Ich habe am 15.November die Karibik-Kreuzfahrt gebucht, außerdem habe ich ja in Mexiko ein Zeitlimit von 30 Tagen. Trotzdem möchte ich auf der Straße nochmal nach Norden, um von dort aus Richtung Kupferschlucht zu fahren )ein Umweg von 700 km) - auf dem Schiff haben mir 3 einheimische Mopedfahrer gesagt, das wäre eine sehr schöne Straße. Sehenswürdigkeiten habe ich ansonsten hier keine eingeplant.

Ich streune nochmal kurz durch Creel, decke mich mit Verpflegung für den Tag ein und nutze einen Copyshop, um von Pass und Fahrzeugschein Kopien auf Vorrat zu drucken. Die werde ich an den kommenden Grenzen brauchen.

Die Rückfahrt mit dem Zug ist nicht mehr ganz so spannend, weil ich die Landschaft ja schon bestaunt habe. Interessant sind die Menschen, insbesondere die Kinder, die versuchen, den Zuggästen ihre Waren zu verkaufen. Die kleinen Jungs haben ja so herrlich rabenschwarze Stoppelhaare über dem verschmierten Gesicht - und die Mädels stellen ihre prächtig bunten Kleidchen zur Schau. Ein etwa 5-jähriger Knirps rennt mit einer riesigen Schubkarre den Bahndamm entlang - hunderte von Metern. Dann ist er ordentlich erschöpft - aber jetzt muß er einen steilen Berg hinauf. Ich sehe nur noch, wie ihn die Karre rückwärts rollend umwirft - armer tapferer Kerl.
Es sind auch Rucksacktouristen an Bord; ich vermute sogar Europäer. Aber seltsam - hier springt kein Funke über; wir kommen nicht in Kontakt - der zweirädrige Untersatz fehlt wohl.

An der Kupferschlucht gibt es wieder - wie gestern - einen Halt zum Aussteigen, Umschauen, Einkaufen... Ein Früchtecocktail hat es mir schon gestern angetan - heute gönne ich ihn mir. Ananas und Melone mit einer gut aussehenden roten Soße - aber igitt - das ist Chili! Der gute Cocktail - pfui. Mir schmeckt das nicht. Schade.

Das "kleine Gepäck" hat Konsequenzen, die Akus von Foto und Navi halten anscheinend keine 48 Stunden durch, so daß ich gegen Ende nicht mehr fotografieren kann. Hoffentlich ist die Nacht im Hotel heute lang genug, um alle Geräte wieder aufzuladen. Mein strahlend weißes Beverly Hills T-Shirt ist dieselrußgetränkt. Und der Rucksack ist überfordert - er geht an allen Nähten aus dem Leim.

Ich hab zwar den Eindruck, als ob der Zug bergab etwas schneller wäre, aber die Reisedauer ist dennoch die selbe. Ganz ungefährlich scheint die Strecke ja nicht zu sein - unser Zugführer bremst auch immer brav ab. In einigen Schluchten liegen allerdings Relikte aus vergangenen Unglücken - verrostete Zugwaggons, die oft schon vom Urwald eingewachsen sind. Auch ein Kreuz mit Namen zeugt von einem schweren Unglück.

Jetzt habe ich 4 Tage "anderes" Reisen erlebt: Behördengänge, Schiffsfahrt und 2 Tage Eisenbahn - dazwischen Hotelpübernachtungen. Ich habe festgestellt, für mich ist das keine Art zu Reisen. Ich verstehe jetzt, warum die Rucksacktouristen so viele Bücher verschlingen - die haben ja nichts zu tun! Ich freu mich schon wieder auf meine Lisl und die gemeinsame Fahrt!


http://www.gpsies.com/map.do?fileId=zfanmdboivwigxmi

Kommentare:

  1. hei susl.... wenn du in chile bist und dich interessiert die sogenannte hand in der wüste ( 11m hoch aus stahl mit zement drumherum ) hier ist die beschreibung . wenn es dich interessieren sollte schicke ich dir auch noch längen- und breitengrade .. ok ??
    The Mano de Desierto is a large-scale sculpture of a hand located in the Atacama Desert in Chile, 75 km to the south of the city of Antofagasta, on the Panamerican Highway. The nearest point of reference is the "Ciudad Empresarial La Negra" (La Negra Business City).
    bussi und weiterhin gute fahrt hape

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  2. habs grad gefunden : hier der rest ... bussi hape
    Tipo Escultura
    Ubicación Bandera de Chile Antofagasta, Chile
    Coordenadas 24°09′30.01″S 70°09′23.56″OCoordenadas: 24°09′30.01″S 70°09′23.56″O (mapa)
    Autor Mario Irarrázabal
    Inauguración 28 de marzo de 1992
    Características Estructura de hierro y cemento
    Dimensiones 11 m de altura

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  3. Liebe Susanne,

    Danke für die interessanten Berichte und die tollen Bilder! Deine Berichte sind so spannend, daß ich regelmäßig nachlese, was Du so erlebst ... Gerade, wenn hier wieder der Herbstnebel nicht weichen will, muntern die Schilderungen aus der Sonne auf!
    Alles Gute, Petra & Thomas

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