Sonntag, 22. September 2013

Grand Canon

Keine Bilder? Nein, keine Bilder! Bilder vom Grand Canon kennt jeder und es gibt so viel bessere Aufnahmen als meine. Außerdem finde ich, daß kein Bild das wiedergeben kann, was den Grand Canon ausmacht. Diese Größe, Weite, Gewalt - die muß man spüren! Die kann man kaum beschreiben oder fotografieren.
Schließt die Augen, stellt Euch die heiße Sonne auf der Haut und ein laues Lüftchen im Gesicht vor. Ihr steht unter einer Kiefer auf einem Felsvorsprung. Vor Euren Füßen ist erstmal nichts! In der Ferne kann man den Colorado erkennen, ein ziemlich dürftiger Fluss mit braun-trübem Wasser. Die Kanten des Canons sind steil, oft senkrecht abfallend oder sogar mit Felsüberhängen versehen. Die Nordseite verschwindet fast im Dunst, man kann sie eigentlich nur ahnen. Dazwischen stehen kreisrunde Felsenkegel wie Halmafiguren über das ganze Tal verstreut. Sie haben unterschiedliche Größen und Formen. Oft steht ein Felskopf auf einem kegeligen Fuß aus Geröll und Steinen, oder ein felsiger Unterbau wird terassenförmig immer breiter, andere Figuren haben scharfe Kanten oder Krater. Manche dieser "Hügel" sind begrünt, andere haben ein kleines Plateau. Dazwischen kann man immer wieder mal den Colorado erspähen. Und jetzt stellt Euch vor, wie lange dieses kleine Flüßchen wohl gebraucht hat, um so einen Landschaft zu formen - und vor allem, wie viele verschiedene Wege es in dieser Zeit eingeschlagen haben muß! Und wie wahnsinnig tief dieser Graben ist!

In Klein-Susis Welt paßt der Grand Canon zeitlich genau in die Mitte zwischen White Canon und Monument Valley - es zeigt den Zustand der Landschaft in den "paar Tagen" zwischen Bach-hat-eine-schmale-Schlucht-gegraben und auf-der-Ebene-sind-noch-Felsreste-übrig.

Von Osten kommend fahre ich auf der "south rim" den Canon entlang. Es gibt immer wieder Aussichtspunkte, von denen man Fotos schießen oder einfach nur die Größe des Tals auf sich wirken lassen kann. Obwohl ich ziemlich früh dran bin, sind schon jede Menge Touristen unterwegs. Am Visitors Center angekommen, erschließt sich das ganze Ausmaß: tausende von belegten Parkplätzen, Unmengen von Touristenbussen, lange Schlangen vor allen Schaltern und Einrichtungen. Kein Wunder, das restliche Land ist so menschenleer - hier treten sich dafür alle tot. Es gibt eine "Stadt", die eigentlich nur aus Hotels und Supermarkt besteht. Hier sollen die Besucher wohnen und den Nationalpark erwandern, erradeln oder mit dem Bus erfahren. Es wirkt so künstlich und aufgesetzt, so vermarktet.
Und dabei ist's hier noch nicht mal so schön, wie z.B. im White Canon, den ich schon erfahren habe.

Kommentare:

  1. Vor drei Wochen habe den South Rim in Nevada verlassen, aber den Grand Canyon so gelassen für Dich ;-))
    Wir hatten 3 Wochen Urlaub in Las Vegas verbracht. Gruß KLaus

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  2. Das ist nett von Euch. Aber - uuups, jetzt muß ich raten, welcher Klaus :-(
    Im Moment fallen mir nur 2 ein: Engel oder Pepperl?

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  3. Mutti, jetzt muss ich dir aber mal was sagen...so von Schülerin zu Ex- Schülerin...
    Den Canyon schreibt man mit y! Du redest sozusagen die ganze zeit von dem Kamerahersteller :-D
    Ich darf das sagen, ich geh zur Schule, ich weiß sowas! ;-)
    Hab dich lieb,
    Deine Klugscheisserin :-)

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