Sonntag, 8. Dezember 2013

Ein herrlicher Tag in Ecuador

Morgens muß ich erst meine Rechnung (Hotel Arzuba in Paute) bezahlen. Der Chef höchstpersönlich ist dafür da. Er weiß auch, daß ich den Preis bei seiner Rezeptionistin heruntergehandelt habe, obwohl nichts Schriftliches irgendwo vorliegt. Und das Abendessen??? Oh, das ist inklusive! "Sie sind Touristin, und dafür tun wir Alles!" Wow!


Herrliches Wetter! Sonne, ein paar Wölkchen; es macht uns an! Später wird es auf der Höhe etwas kühl und als ich grade beschließe, den Pullover anzuziehen, da fängt es an zu nieseln. Also stattdessen die Regenjacke - eine gute Wahl. Den Regen können wir fast ignorieren, Regenhose und Brille müssen zum Glück nicht sein.

Cuenca ist wieder mal eine Kolonialstadt...das habe ich jetzt schon so viele gesehen, daß ich nichts besonderes mehr daran finden kann. Trotzdem kreuzen wir einmal durch die historische Altstadt und lassen die Gebäude und Gassen auf uns wirken. Heute ist Samstag, da ist der Verkehr nicht so schlimm. Die Wartezeiten sind gerade recht zum Umschauen und Fotografieren. An einem der vielen Plätze vor einer großen Kirche halte ich an, um das Navi zu aktualisieren, etwas zu trinken und ein Foto vom Park zu machen. Rechts neben mir tönt es auf einmal "nice bike" - ich bedanke mich auf englisch. Und schon sind wir im Gespräch - das amerikanisch/japanische Ehepaar und ich. Er hat natürlich auch eine BMW zu Hause im Stall stehen. Hier sucht er jetzt ein Apartement für seinen Ruhestand. Beide sprechen kein spanisch... Kaum haben wir uns verabschiedet, will ich das Foto vom Park schießen. Auf der gegenberliegenden Straßenseite steht ein Mann mit einer großen Fernsehkamera und meint, ich soll ruhig weiterfotografieren. Er kommt herüber, filmt uns von allen Seiten und wir dürfen in die Kamera ("ich bin aus Deutschland") winken. Wir sind im ecuadorianischen Fernsehen!

Die Etappe ist etwa bis Loja oder etwas weiter geplant. Die Lisl hat gestern einige harte Schläge auf's Federbein bekommen, die sie aber anscheinend ganz gut verdaut hat. Heute haben wir eine herrliche Straße ohne versteckte Bodenwellen! Neue Reifen, leichtgängiges Lenkkopflager, 3/4-Takt-Kurven, phantastisches Wetter. Es geht uns super!
Hier oben gibt es lustige Ziegelbrennereien.
Es ist ein herrlich entspannter Ritt durch liebliche Anden, umringt von Berggipfeln, Schilfen, Farnen und anderen tropischen Gewächsen. In den höheren Regionen gibt es auch wieder Kiefern - und die duften soooo herrlich. Endlich wieder Natur riechen! Außer meinem Lieblingsduft "Kiefer" dringen auch noch Heu- bzw. Grasduft und Holzfeuergeruch in meine Nase. Es ist, als ob ich aus einem Dornröschenschlaf aufwache. Wo waren all die schönen Düfte die ganze Zeit?

Viele entgegenkommende einheimische Mopedfahrer sind ein Indiz für diese herrliche Straße, die uns bis nach Loja führt. Soll eine schöne Stadt sein, in der es tolles einheimisches Essen gibt. Leider ist die Innenstadt gesperrt (vermutlich auch ein Fest) und das, was ich sehe, macht mich nicht besonders an. Eigentlich ist es Zeit, an die Nacht zu denken. Den ganzen Nachmittag habe ich schon Lust zum Zelten, aber jetzt hängen wieder dunkle Wolken in den Bergen. So beschließe ich, im nächsten Ort (Catamayo) - da muß ich auch tanken - wieder ein Hotel zu suchen. Seit Loja ist die Straße in deutlich schlechterem Zustand und es sind wieder langsame Dieselstinker unterwegs, die man kaum überholen kann. Iregendwo rotten sich ein paar Mopeds zusammen, bis dorthin kämpfe ich mich vor. Eine Harley ist dabei. Der ältere Fahrer zeigt mir "Daumen hoch" und fragt nach meiner Herkunft. Als kurz Zeit ist, frage ich nach einem Hotel - er bringt mich direkt dorthin. Sieht ziemlich gut aus, ist erschwinglich und die Lisl bekommt einen Tiefgaragenplatz.

Es sieht so aus, als ob man jetzt bald wieder zelten kann. Dann ist das Blog-Schreiben nicht mehr so einfach...

http://www.gpsies.com/map.do?fileId=muaruwbinalyryhk


Kommentare:

  1. Liebe Susanne,
    na endlich bist Du im Fernsehen - wir haben schon gewettet, wann die endlich drauf kommen, daß Du auf der Panamericana unterwegs bist. Weiter so ...
    Grüße von Petra & Thomas

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