Sonntag, 10. November 2013

Urlaub

Heute habe ich mir nichts Besonderes vorgenommen. Am Morgen ziehe ich erst einmal um, mein Zimmer ist für die nächste Nacht anderweitig vergeben. Ich ziehe in einen Schlafsaal mit 6 Betten. Der kostet dafür nur 15 $. Als nächstes hole ich die Lisl ab, natürlich für 3 $ - obwohl mir der Taxifahrer auf 4 $ herausgibt. Er rückt anstandslos noch 1 $ raus. In der Werkstatt wartet die Lisl schon. Es sind noch ein paar Dinge aufgetaucht, die obenauf liegen - meine Handschuhe (für die ich schon Ersatz gekauft habe), das Kunstharz und sogar der Rest vom frischen Motoröl! Als ich losfahren will regnet es. Ich habe nur meine normale Hose an, also warte ich lieber. Der Chefmechaniker unterhält mich derweil auf spanisch. Ich verstehe immerhin, daß ich (nur) die zweite alleinreisende Frau mit Moped bin, die bei ihnen Station macht. Es war wohl schon mal eine Flugzeugingenieurin da, die ihr Motorrad in der Werkstatt selbst komplett zerlegt hat - mangels Öldruck.
Sie haben die Drehzahl bei meiner Lisl höhergedreht, weil ansonsten im Leerlauf immer die Lade-Kontrolllampe leuchtet. Aber das muß so sein. Ich kann das ja später wieder korrigieren.

Als der Nieselregenschauer aufgehört hat, fahre ich zum Hostel. Mein Gepäck verstaue ich zum großen Teil dort, dann fährt es sich leichter durch die Stadt. Außerdem muß ich noch einen Spiegel festziehen und die Gaszugeinstellung korrigieren, die Synchronisation ist nicht gut genug. Ich mache mich nochmal auf die Suche nach Zündkabeln. Bei BMW hatten sie ja keine vorrätig, aber angeblich gibt es hier an jeder Ecke einen Autoteile-Händler, der Universalzündkabel haben soll. Es ist wie in San Christoba:; sobald ich mein Musterkabel zücke, schrecken alle vor dem fetten Kerzenstecker zurück und behaupten, so ein Kabel hätten sie nicht. In einigen Läden schaffe ich es, zumindest einen Blick auf möglicherweise passende Kabel zu werfen, aber es ist wirklich nichts dabei. Ich gebe die Suche auf und möchte einfach ein wenig durch die Stadt zockeln. Es ist Samstag mittag und relativ wenig Verkehr. Da! "Repuestos commercial"! Ersatzteilehandel. Ein letzter Versuch. Nach langem Verhandeln bekomme ich einen Satz Zündkabel mit Kerzenstecker und Kabelschuhe zum selbst verkrimpen. Das Ganze kostet nur 8 $ - dafür gehe ich das Risiko ein, daß die Stecker nicht passen. Als nächstes läuft mir ein Supermarkt über den Weg - dort kaufe ich heute lauter leckere Sachen, denn im Hostel gibt es einen Gästekühlschrank, ich darf die Küche benutzen und schließlich bin ich hier ja ein paar Tage.

Wir fahren mal Richtung Südwesten, da waren wir noch nicht. Außerdem liegt dort Panama Viejo, die ursprüngliche Altsadt. Soll interessant sein. Tatsächlich gibt es dort so etwas wie Tourismus - ein Kunsthandwerkerhaus, ein kleines Museum und einen Park, in dem die Ruinen der früheren Häuser zu sehen sind. In dem Museum gibt es eigentlich nur eine Menge Schrifttafeln auf spanisch - spannend! Im Kunsthandwerkerhof genieße ich das Angebot und diesmal kaufe ich sogar ein kleines Krokodil aus Stein - irgendwie wird es schon nach Hause finden. Den Park erspare ich mir - bei dieser Saunatemperatur und 2 Rucksäcken. Außerdem kann man von der Straße aus eigentlich alles sehen - es sind eh nur Trümmer...
Weiter geht die Fahrt über den Südkorridor - eine Autobahn, die über eine Brücke im Pazifik führt. Sie ist kostenpflichtig. Dummerweise kassieren sie am Ende und sie akzeptieren nur Prepaidkarten. Den Preis von 1,25 $ nimmt die Dame nicht in bar an. Ich kann bei ihr eine Karte kaufen für 80 $! Nein, das werde ich nicht tun. Der Autofahrer hinter mir erbarmt sich und bezahlt für mich. Da ich den Preis nicht passend habe, nimmt er nur den 1 $, den ich habe. Sehr nett! Wir fahren noch etwas auf der Küstenstraße mit den Hochhaus-Edelhotels entlang und dann geht's zurück "nach Hause".

Der Nachmittag ist frei. Damit ich mich nicht langweile bastle ich alles Mögliche, das bisher liegen geblieben ist. Der Reißverschluß am Tankrucksack, der den Foto (vor Diebstahl) schützen soll, wird genäht - ob das funktioniert? Die Zipper der Reißverschlüsse müssen wieder nachgebogen und eingeseift werden. Für die Zündkabel habe ich noch eine Idee, wie sie besseren Kontakt bekommen könnten - wird mit dem Ersatzkabel auf Vorrat umgesetzt. Die Ersatz-Zündspule wird behandelt, dort ist ein Kabelschuh stecken geblieben. Waschen kann ich leider nicht, alle 4 Maschinen sind besetzt. Dafür kann ich in meinem Tagebuch noch ein paar Visitenkarten einkleben. Und dann koche ich mir ein Abendessen!

Kommentare:

  1. Grüße von den Kollegen Susi,

    zur Lisl, gönn Ihr beim Siebenrock eine neue Spule mit Stecker (http://shop.siebenrock.com/index1.php).
    Der sendet dir sicher postlagernt die Teile nach Kolumbien (bei meiner NSU hat es auch super geklappt),
    und vermutlich mehrwertsteuerfrei.
    Kabelbaum noch prüfen, sind oft brüchig unterm Lenkkopf (jedenfalls bei mir)
    bzw. die Diodenplatte (führt dann aber zum Totalliegernbleiber).

    Gebrauchte alte Zündspulen sind oft nicht besser wie die eigene,
    Stecker 25 €uro.

    Dann Kopf hoch, fahr mehr, schreib weniger und geniese.

    Hermann

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    1. Servus Herrmann,
      nette Überraschung!
      Kann momentan nicht mehr fahren, muß auf meine Fähre warten. Treibe mich so lange in Panama City herum.
      Grüße
      Susanne

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  2. Hallo Susanne, ich habe gestern von unserem gemeinsamen Freund Stefan aus Düsseldorf deine Bog-Adresse erhalten und sie von der
    ersten bis zur letzten Seite "verschlungen". Deine Art zu schreiben nimmt einen in Gedanken mit auf die Reise. Da die Panamericana auch
    ein Traum von mir ist, und mir auch Pannen in der Pampa nicht unbekannt sind, kann ich gut "mitleiden". Ich wünsche dir und deiner Lisl noch
    viele unvergessliche Km mit möglichst wenig Pannen und vielen interessanten Menschen und Erlebnissen. Stefan erzählt immer schwärmend von dir und
    deinen Reisen. Ich würde mir wünschen, dich persönlich kennenzulernen. Kom gesund wieder. Martin aus Düsseldorf

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    1. Echt? Da warst Du aber sehr fleißig!!! Freut mich, wenn es Dir gefällt! :-)

      Kennenlernen - ist ja kein Problem...nächstes Jahr.
      Grüße
      Susanne

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